Swiss Harley Days Lugano 03.-05. Juli 2015 

Bei strahlendem Wetter starteten wir am Freitag um 9:30h nach einem kurzen Briefing mit 19 Bikes und 23 Brothers and Sisters Richtung Lugano. Res und Jack begleiten uns mit dem Jeep, welcher schlussendlich zu einem Lazarett-Fahrzeug mutierte. Mehr dazu später...

In Innertkirchen gönnten wir uns einen ersten Kaffe- und Gipfelihalt nachdem wir von einer „riesen“ LaOlà-Welle begrüsst wurden. Brige, welche schon am Morgen in Thun über ein rebellierendes Mägli klagte, wechselte nach dem Kafi zu Res und Jack ins Auto. Die Fahrt führte uns nun über den wunderschönen Grimselpass. Oben angekommen telefonierte ich, wie versprochen mit Alex, welche uns mit Oli4 in Filet erwartete. Auch Alex entschied sich, nach langem Hin und Her, lieber mit dem Auto nach Lugano zu reisen. Somit war nun die Ambulanz komplett :-)

Im Gegensatz zu uns fuhr der Krankentransport über den Nufenenpass direkt nach Lugano ins Hotel. Wir hingegen machten uns auf unsern Höbus auf den Weg Richtung Simpon und Centovalli. Bei einem leckeren Mittagessen in Rothwald liessen sich einige sogar dazu verleiten, trotz der Hitze ein herrliches Fondue einzufräsen. Dies ist schon fast Kult auf dem Weg an die Harley-Days... Ob das Fondue für die Hinterbremse von Pädu’s Bike wohl etwas schwer auflag lasse ich hier nun mal im Raum stehen...

In Domodossola suchte ich verzweifelt nach einer Tankstelle, welche gross genug ist, um unsere 19 Bikes aufzutanken. Weit gefehlt, weil der Most schlussendlich in Italien garnicht billiger war und man auch nicht anständig bezahlen konnte. Mit dieser Übung verlor ich dann kurzfristig den geografischen Überblick weil ja mein Navi im Jeep reiste. Somit übergab ich den Lead an Oli4, welcher uns seidenfein und ohne Skrupel in eine Kiesgrube führte! Mann, war ich froh, als wir da wieder aus dem Serail auf die Hauptstrasse fanden und schlussendlich die richtige Abzweigung ins immer schwärzer und finsterer werdende Centovalli fanden. Mit übermütig entgegenkommenden Italos, welche wohl gerade ein Bergrennen-Training absolvierten, kämpften wir uns schliesslich bei strömendem, jedoch schön warmem Regen im Schneckentempo durch die hundert Täler bis nach Locarno. Endlich fanden wir dort eine geeignete Tankstelle. Zumindest für diejenigen, welche schon etwas nervös immer wieder den Tankinhalt kontrollierten.

Schlussendlich in Lugano angekommen bezogen wir das Hotel Zurigo, machten uns kurz frisch und genossen dann das von Maggie offerierte Apéro im Zelt von Harley-Davidson Thun auf der Piazza. Merci tuusig, isch super gsy, Maggie!

Am Samstag genossen Einige den kühlen See auf einem gemieteten Boot, andere schlenderten zwischen dem kühlen Brunnen und den Ständen hin und her. Wiederum andere besuchten wegen vermeintlichen Bremsproblemen den Mech und wurden eines Besseren belehrt: Die Speichen der Vorderrad- Felge waren alle gebrochen und das Rad unseres Grafs hing nur noch zwischen den Bremsbacken... Dank dem riesen Schwadron an Schutzengeln ist gottlob auf der Fahrt nichts passiert! Nach dreimal leer Schlucken wurde  ein Mietwagen für die beiden organisiert und das Bike wurde für den Heimtransport aufgeladen... Thank God!

Am Abend wurden wir zu einem edlen Apéro ins Hotel des Old-Bern-Chapters eingeladen. Bei einem kühlen Bier und vornehmen Häppchen tauschten wir uns mit unseren Berner Kollegen aus, bedankten und verabschiedeten uns, mehr oder weniger, um zum gemeinsamen Essen aufzubrechen. Im Restaurant Tango genossen wir ein feines Znacht und guter Wein, wenn es auch immer noch sehr heiss war unter den Sonnenschirmen :-)

Am Sonntag traf ich mich mit einigen Bikern um 8:02, also genau zwei Minuten zu spät, um unsere Bikes aufzutanken. Sorry, aber dafür machten wir dann noch eine Kontrollfahrt der Seepromenade entlang um anschliessend schön aufgewärmt vor dem Hotel noch einige Chapterfötelis zu knipsen. Den Fotos entsprechend könnte man denken, dass wir uns mitten in der Nacht auf den Heimweg machten, aber who cares? Das Chapterbild hängt ja eh schon im Shop, also ist nix passiert!

Auf dem Heimweg verliessen uns kurzfristig zuerst einmal alle Dänus, welche uns dann aber auf der Autobahn mit rassigem Tempo wieder einholten. Nach einer mehr oder weniger „heftigen“ oder mehr „lauten“ Diskussion, wie man sich in einer solchen Situation am besten verhalten sollte fuhren wir weiter zum Kafihalt in die Schaukäserei Airolo, wo sich unsere Gemüter wieder abgekühlt hatten.

Über den Nufenenpass, das Oberwallis bis auf die Passhöhe des Grimselpasses verlief die Fahrt ruhig und zügig. Der Plan war eigentlich, im Restaurant bei angenehmen Temperaturen etwas Kleines zu essen. Leider aber waren wir nicht die Einzigen. Somit schnappten wir uns Plan B und fuhren weiter zum Snackstand etwas unterhalb der Passhöhe wo wir von den beiden Wirtinnen herrlich verköstigt wurden. Obwohl sich einige nur mit Brot uns Senf begnügten genossen andere das volle Programm mit Wurst und Käse ab dem Brettli bei einem herrlichen Ausblick auf die Passstrasse und deren Betrieb. Wo mittlerweile die beiden Biker waren, welche uns wegen Unwohlsein in Airolo verliessen um zusammen den Heimweg im eigenen Tempo unter die Räder zu nehmen hinderte uns nicht daran, noch ein paar Chapterfötelis bei Tageslicht zu machen :-)

Auf dem immer heisser werdenden Asphalt nahmen wir die letzte Etappe in Angriff. Am Brienzersee, nachdem einem unserer Biker die Nase nicht aufgehört hatte, zu rinnen und er sich direkt auf den Heimweg machte, gönnten wir uns bei backofenähnlichen Temperaturen noch ein Eiscreme im Wildbach und beschlossen, hier den Trip aufzulösen weil die einen oder andern sich doch so rasch wie möglich unter eine kühle Dusche stellen wollten oder nach einem kühlen Bier plangten.

Glücklich, heil zu Hause angekommen zu sein gönnte auch ich mir das kühle Nass und möchte mich bei allen Teilnehmenden, Krankenpfleger, Chauffeurs, Notfallmechs und Food-and-Beverage-Spendern bedanken für eine Reise, welche mich manchmal schon etwas an meine Grenzen brachte :-) Nichts desto Trotz habe ich versucht, das Beste daraus zu machen und freue mich auf den nächsten Rideout mit hoffentlich etwas weniger Action neben dem Brettern.

 

Fazit: es het g’fägt im Tessin u isch wieder mau ä Hammerstimmig gsy am See!

 

Mit Bikergrüssen, herzlich euer Lady-Roadcaptain Eva

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