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Wallis Ride 18.-19. Juli 2015

Am 18. Juli trafen wir uns um halb neuen bei HD Thun. Von den 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmern trudelten 22 gut gelaunt und mit Spannung erwartet ein. Zwei jung gebliebene Openair-Gänger würden uns dann später auf schnellstem Wege folgen.

 

Seit Wochen habe ich mich auf diesen Anlass gefreut. Doch leider war meine Freude an diesem Tage etwas getrübt. Ich konnte mich heute ein letztes Mal von meiner Harley verabschieden und dieses Wochenende das erste Mal seit meinem Abenteuer mit der Leitschranke wieder als Sozius auf der Old Lady von Oli platz nehmen. Ach was soll’s. Hauptsache dabei sein. Somit hat sich die investierte Zeit in die Routenplanung auch für mich gelohnt. Die Erwartungen einiger Teilnehmer waren sehr hoch und wir freuten uns auf den Startschuss.

 

Schön eingereiht, mit Dänu an der Spitze, fuhren wir los in Richtung Grimselpass. Das Wetter war auf unserer Seite. Warm, aber bewölkt. Jedoch kein Tröpfchen kam vom Himmel. Die Tour durch die Bucht neben Seen und Bergen verlief sehr gut. Unsere Sperrer hatten wieder gute Arbeit geleistet und wir fuhren ganz entspannt zur ersten Kaffeepause. Frisch gestärkt ging’s dann weiter über den Grimselpass. Aufgrund des Heimvorteils hat Oli nun die Führung übernommen. Die entspannte Fahrt änderte sich kurz beim Flugplatz in Münster. 10 Minuten vor unserer Durchfahrt war ein Sportflugzeug beim Start nicht derselben Meinung wie sein Pilot. Der Absturz verursachte einen Grosseinsatz. 4 Feuerwehrwagen standen bereits auf dem Platz und zwei Autos hatten schon einen Auffahrunfall, welcher zusätzlich für ein Chaos sorgten. Also alles in allem kam etwas Adrenalin in die gemütliche Fahrt. Es überlebten alle den Absturz, den Unfall und die Aufregung. Wichtig ist; vom Chapter kam jede Person wieder heil nach Hause. Kurz später überliess Oli Dänu wieder die Führung, damit wir in Fürgangen den Parkplatz checken konnten. Wir wussten bereits, dass die neue Hängebrücke ein Magnet für Touristen, Abenteurer und Freunde der Natur ist. Da die Gemeinde von diesem Interesse überrascht wurde, besteht im Moment noch ein akuter Parkplatzmangel. Unser Glück wurde wohl in Münster schon ausgeschöpft und wir fanden keinen Platz für die 17 Motorräder. Höchstens eine Lücke für 4. Deshalb warteten wir am Strassenrand auf die Gruppe und winkten dieser zu uns zu folgen.

Als wir nun das Goms verlassen hatten und die Kurven immer unattraktiver wurden verliessen wir die Hauptstrasse. Kurz darauf fuhren wir auf den Parkplatz in der Steimatta in Filet. Nachdem die Motorräder ihren Platz gefunden und in der Nachbarschaft für Aufsehen gesorgt hatten wurden wir von Rudi und Mathilde Seiler herzlich begrüsst.

 

So und jetzu si wer iner Heimat achu und chei öi wider so verzellu.  Spass bei Seite. Wenn ich jetzt den Bericht im Wallisertiitsch weiter schreiben würde, wären die Leser vielleicht nicht so zufrieden mit mir. Deshalb erlaube ich mir zwischendurch mal ein Sätzchen im Dialekt.

 

Also bei der Familie Seiler und Groen wurden die Gäste mit Kaffee und Erfrischungsgetränken bedient und einige waren froh für das „Stille Örtchen“.  Wir genossen die frische Natur und die Sonnenstrahlen und einige der Männer begutachteten die älteste Feuerwehr im Filet. Nachdem die Feuerspritze Jahrgang 1947 mit viel Rauch und Qualm anhustete, verabschiedeten wir uns und fuhren Richtung Harley Wallis. Die Abfahrt verlief für die einen einfacher und andere bekamen Unterstützung. Als wir dann wieder die ganze Gruppe zusammen waren, nahmen wir die „Tour de Rondelle“ in Angriff. Ganz sachte näherten wir uns dem ersten Kreisel und kurz darauf dann einem Doppelkreisel. Für die Fahrer ist das nichts Besonderes. Aber für die Road Captains eine ganz schöne Anstrengung. Nun einige Kilometer gemütliche Weiterfahrt durch kleine Dörfchen und hinter dem grössten Arbeitgeber des Oberwallis vorbei. Und dann wurde es deftig. Die Herausforderung war es, beim letzten Kreisel wieder den ersten Sperrer einsatzbereit zu haben. Geschafft. Die Planung in Perfektion. Genau beim 7. Kreisel, innerhalb ca. einem Kilometer, war der erste Sperrer wieder im Einsatz.  „Ich hä en hüära Freid kä, dass so güät üfgangu isch.“ Kurz darauf fuhren wir schon auf den Parkplatz von Harley Wallis und wurden durch einige Members des Wallis/Valais Chapter und durch Anja, der Boss von Harley Wallis, begrüsst. Auch die zwei Gurten Fans aus unserer Gruppe warteten auf uns. Jetzt war bereits 14:00 Uhr und der Hunger machte sich bei jedem bemerkbar.

 

An dieser Stelle ein riesen Dankeschön an den Wallis Chapter und an Anja für den tollen Raclette-Plausch. Nachdem wir also die Walliser Spezialität genossen und einige ihren Kleiderschrank mit einem HD Wallis Shirt ergänzt hatten, fuhren wir via Turtmann auf die Moosalp.  Mit grosser Spannung auf die beste „Cremschnitta“ im Gepäck ging's dann wieder in die Berge.

 

Va Turtma üs geits de obschi uf Unnerbäch, Eischoll und wiiter uf Birchu. Uf schmale Bärgstrasse durch d Walliser Wälder. Welf sind nisch keini begägnut. Aber hiä chennti schich d Figsch und d Hase an ä schuppu Ortjini güät Nacht sägu. Z Birchu isch nisch der Plan wider perfekt üfgangu und z Poschtauto het nisch ame güätu Ortji gchriizgut. Wiitär äbrüf wäri wer de inu Seich chu. Da isch z Chriizu mimä Auto scho nid eifach. Z Poschtauto wäri de nid fer jedäs. Aber wiär heis gschafft und hei die super Üssicht chennu gniässu. Unnerwägs hei wer immer wider Walliser in fäschtlüüna agitroffu. Müsig, güäti Lüüna und feini Tropfe. Aber wiär miässe nu biz beitu (warten). Obina achu hei wer nach Swiss Alps Chapter Maniär d Maschine dargschtellt und si in z Moosalp ga Cremschnitte ässu. Sumi sind zersch skeptisch gsi und hend afa en halbi bschtellt. Aber wiär hei ne nid z vill versprochu und sumi hend de nu en ganzi nabstellt. Z Gruppufoto hei wer de grad mit dum Panorama fam Mattertelli gmacht. Vor der Abfahrt uber Terbil nidschi uf Visp hei wer nu chennu züälüägu, wiä d Chiäh sind zrugg zum Stall chu. Wiär hei nu derfu d edlu Stäche (Eringerkühe) begüätachtu. Und scho is wider wiiter gangu. Durch eini fa de steilschtu Regione vam Oberwallis. Dementsprächund sind öi d Kurve gsi. J Heider gseh? Z mitsch im Wald hets immer wider Parkplätz am Strassurand mit Parkühre kä. Na so was! Nid ämal gudroniärt, aber Höiptsach en Parkühr im Wald.

 

Die anspruchsvolle Strecke über die Moosalpe haben wir alle mit bravur gemeistert und sind nun in Glis beim Hotel Central angekommen. Da der Tag doch sehr heiss war, freute sich jeder über die erfrischende Dusche. Diese mussten wir uns jedoch erst noch verdienen. Die Bikes mussten zuerst auf einer begrenzten überdachten Fläche parkiert werden. Dabei musste ein Durchgang frei gehalten werden. So und nun Zimmer beziehen und ab unter die Dusche. Oder in die Sprudelwanne mit Guckloch J

 

Und nun endlich das wohlverdiente Bier. Die Wirtin vom Central hatte alle Hände voll zu tun. Zwischen Bestellung aufnehmen und schweren Tabletts jonglieren, rückte sie für uns noch fast alle Tische auf der  Terrasse zusammen. So jeder hatte sein erstes Bier (oder zweites oder drittes) oder sonst eine Erfrischung genossen und wir zogen zu Fuss von dannen. Im Restaurant Gliserallee erwarteten uns zwei nobel gedeckte Tische und Grilladen. Da der Chef des Hauses ausser Haus war, hat leider nicht alles so optimal geklappt wie sonst. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass der Service bisher immer gut geklappt hat und wir immer sehr verwöhnt wurden. Da der Rest des Tages so perfekt geklappt hat, musste ja etwas in die Hose gehen. Das wäre ja sonst übertrieben gewesen. Das Fleisch und die Pommes waren gut. Nur zusammen wäre es noch besser gewesen.

 

So und jetz isch doch ändli der Momänt chu, wa en schiggä Burscht schine Pätsch verchunnt. Är het doch scho schiini Isätz kä, isch aber nu nid so richtig offiziell inu Chreis va de Road Captains üfgnummne gsi. Aber jetz. Der Maa cha strahlu wiä näs AKW. Härzlichi Gratulation Clödu. Jetz hesch öi dü offiziell dis Amtji.

 

Wir genossen noch einen Kaffee mit den passenden Spirituosen. Im Anschluss verliess einer nach dem anderen langsam das Lokal und begab sich zum Hotel. Am Schluss waren wir nur noch eine kleine Gruppe und eine verlassene Kutte über einem Stuhl. Wir wollten noch einen Schlummertrunk bestellen, doch leider wurden wir stattdessen rausgeschmissen, weil die Angestellten ihren Zug nach Domo nicht verpassen wollten.  Und so landeten wir wieder bei der Wirtin im Central. Diese hat auf jeden Fall die Einnahmen unserer Schlummertrunks gerne einkassiert. Um halb zwei war hier dann auch Feierabend und die letzten liessen sich ins Himmelbett fallen um tief und fest zu schlafen. Übrigens die Kutte hat seinen Besitzer wieder gefunden. Der „Laufbursche“ des fehlbaren Kuttenträgers wurde ausgesandt um diese zu suchen. Dank uns musste er nicht den weiten Weg bis zum Restaurant laufen. Wir hätten niemals ein braunes Gilet so einsam und verlassen seiner ungewissen Zukunft überlassen. Für die Schuldbegleichung wird uns noch was einfallen.

 

Die Auswirkungen das wir so spät in die Federn vielen, bemerkten wir dann beim Frühstück. Einige waren schon fast abfahrtbereit und wir mussten zuerst mal richtig erwachen. Einige waren fitter und andere eher weniger. Aber wir starteten Pünktlich um neun Uhr unseren zweiten Teil der Tour. Erste Station war eine grosse Tankstelle in Glis. Dort warteten Rudi und Mathilde auf uns, welche uns dann mit der V-Max begleiteten.  Nachdem die Tanks gefüllt waren fuhren wir in Richtung Unterwallis. Das Wetter war wieder auf unserer Seite. Bis zur Mittagspause führte Oli die Truppe durch (für die meisten) unbekannte Wege. Bei Susten verliessen wir wieder einmal das Tal und fuhren neben Leuk vorbei und durch das Weindorf Varen. Für die Weintrinker folgten indessen einige bekannte Kellereien bis wir das Wallis verliessen. Der Blick über das Tal und das Naturschutzgebiet des Pfynwaldes ist einfach wunderschön.  Eine kurze Pause wurde eingelegt, damit die Rennleitung den Tross nicht durch die Reben verfolgen musste. Nachdem das weiss/orangene Auto uns überholt hatte, fuhren wir durch Salgesch und dann bei Siders wieder in die Berge. Die Bergstrasse nach Montana war doch ein Zacken einfacher zu fahren als die Strecke am Vortag. In Montana servierte man uns im „Schneewittchen“ Kaffee und Gipfeli. Nun waren auch die letzten wach und fit. Und die Stimmung war super. Kurz nach der Weiterfahrt fuhren wir neben dem Dörfchen Lens vorbei, wo auf dem Hügel die Jesus Statue steht. Sehr imposant. Jedoch konnten wir diese nur aus der Ferne begutachten.

 

Und so si wer obschi und wider nidschi gfahru. Durch breiti und schmali Strassjini und durch chleini Räbwägjini. D’Wiistrass isch scho schön und mit so vill Töffa nu vill spezieller.  Äs het eifach ä riisu freid gmacht eiw das alles derfu z’zeigu und mit eiw das derfu z’erläbu.

 

In Saillon angekommen wartete auf uns wieder eine weitere Walliser Spezialität. Nach einem zünftigen Walliser Teller (mit Walliser Trochufleisch, gäll Marco) und viel Wasser ging’s dann nach Martinach (Walliserdeutsch für Martigny) und wir verliessen das Wallis. Daniel führte uns die letzten Kilometer sicher durch das Wallis und dann über den Col des Mosses bis nach Thun. Auf dem Pass war ein Markt und alles war besetzt. Also gab’s etwas weiter den Kaffeestop, bei dem wir uns von unserem Director verabschiedeten. Von der Mittagspause bis fast nach Thun kann ich leider nicht sehr detailliert zu diesem Bericht beitragen. Meine Wahrnehmung wurde durch Schmerzen und Medikamente benebelt. Doch die Anteilnahme und der Eisbeutel haben mich wieder etwas belebt. Schuld war die zu stark zusammen gedrückte Fingerschiene. Also kleiner Fehler mit sehr schmerzhafter Folge. In Thun verabschiedeten wir uns voneinander und jeder fuhr nach Hause. Bei uns bedeutete das wieder zurück ins Wallis. Der Wetterbericht für Sonntag Abend meldete Gewitter. Wir schlossen uns den Freunden aus Spiez an und fuhren dann von dort weiter nach Kandersteg. Wieder Im Wallis angekommen waren wir froh, noch trocken zu sein. Jedoch sollte dies nicht so bleiben. Während den letzten 10 Minuten von Bitsch bis ins Filet wurden wir pitschenass. Also liebe Freunde, wir hatten das passende Wetter während unserem Wallis Ride und der Himmel hat sich mit Tränen von euch verabschiedet. Oder uns mit Freudetränen wieder begrüsst J

 

Wir hatten viel Spass, einige Walliser Spezialitäten und eine schöne Region erlebt. Wir wissen nun, wenn ich euch necke geht es mir gut. Wenn ich still bin heisst das „Alarm“, etwas stimmt nicht. Also sid froh, wenni än verruckti Hänna bi wa siänta d Schnurra nid cha gschtellu und ab und züä „frei Schnauze“ schnurrut. Där Grind mag där Schnurra siänta nid nah und der eint oder andru verchunnt än Butzi. Aber de geits mer güät.  Gäll Diätu.

 

Danke an alle Teilnehmer, an Oli und Dänu für das Führen der Tour und an die RC’s welche eine stressige (oder interessante, abwechslungsreiche) Aufgabe gemeistert hatten. Ihr wart super. Ich habe noch einige Ideen für die nächste Wallis Tour. Also wer jetzt nicht dabei sein konnte: vielleicht klappt’s beim nächsten Mal.

 

Bis bald euer Schreiberling Alexandra

 

PS: Iär heid im Filet en bliibende Idruck hinnerlah. Aber nid negativ gmeint. J

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