Jura Ride Out 29. – 30. August 2015

Samstag, 29. August

12 Harleys mit 15 SAC-lern starten bei strahlend schönem Sommerwetter zur Juratour, organisiert von JP und Dietu. Wo es genau hingeht weiss keiner, irgendwas mit Scheramär oder so.

Der Beginn unserer Tour führt uns durchs schöne Emmental via Hasle-Rüegsau, Affoltern nach Langenthal. Dort wartet die erste Herausforderung auf unsere Sperrer – ja, was, wo, wie sperren wir da eigentlich? Da wo wir hinwollen > Märit, Strasse gesperrt. Okay, dann kurvt der ganze Tross nochmal locker ein zweites Mal durch den Kreisel und entscheidet sich spontan für eine andere Ausfahrt – war lustig. So gegen 10.30 Uhr müssen dann wirklich ein paar anhalten, es wird langsam dringend – auf zur nächsten Beiz: geschlossen, mmpff. Doch gegenüber finden wir eine Velohandlung, wo wir die Toilette benutzen dürfen, dank Kaffeekassensponsoring durch Ernesto, kein Problem. Zwei Ecken später kommen wir nach Balsthal und dort gibt es endlich die ersehnte Kaffeepause auf einem wunderschönen Platz mitten im Dorf.

Nach dem Koffeinschub geht’s weiter über den Passwang in das wunderschöne Kleinlützeltal – inzwischen geniessen wir jedes schattige Plätzchen, es wird ganz schön warm. Kurz darauf landen wir auf französischem Boden. Wir fahren durch wunderschöne Landschaften und Täler an saftigen Wiesen vorbei, an grasenden Pferden, einfach nur schön. Auf diesem Weg kamen wir auch in ein Dorf, was weiss ich, wie diese Dörfer alle geheissen haben, isch mir nischt kann merken diese Name, weil mein Mutterschprasch nischt französisch. Auf jeden Fall gefiel dieser Ort unserem JP ausnehmend gut, weshalb wir zweimal durchfuhren und gleichzeitig das Anfahren am Berg üben konnten. Schliesslich entschieden wir uns, nun doch weiterzufahren. Nun folgte der anspruchsvolle Teil der Tour. Kurvenreich ging es weiter – eine Kurve nach der anderen, rauf und runter. Immer wenn man dachte, so jetzt haben wir die Höhe erreicht, ging es schon wieder weiter – eine fantastische Fahrt über den Grand Ballon. Dann endlich Mittagshalt in einem schönen Berggasthof, wo wir uns mit einem währschaften Essen stärken konnten. Die warmen pommes de terre waren genau das Richtige. Dazu gab es so was ähnliches wie „Colle“, Didu meinte, das wär doch was fürs Velo, man konnte es aber essen, war sehr gut und gar nicht gummigJ 

Derart gestärkt kam ein kurzer Zwischenhalt nach wenigen Metern auf dem Hartmannswillerkopf (Vieil Armand), eine monumentale Gedenkstätte des 1. Weltkriegs über die Sinnlosigkeit des Krieges, der über 30 000 französischen und deutschen Soldaten das Leben gekostet hat, von den Verletzten ganz zu schweigen. Wenn man dort oben steht und diesen herrlichen Weitblick in die Rheinebene, zu den Vogesen und Richtung Schwarzwald in sich aufnimmt, bekommt man vom Anblick dieser Unmengen von Grabkreuzen trotz Hitze eher Gänsehaut.

Weiter ging es über irgendwelche „Col dela weiss nicht wie“ weiter Richtung Ziel. Gegen 17 Uhr fanden wir den Weg zu unserem Hôtel de la Paix in Gérardmer, wunderschön gelegen am gleichnamigen See. Jetzt wollten alle nur raus aus den warmen Töffkleidern und einfach nur was Kaltes trinken (Bier eignet sich da sehr gut). Leider hatte die Bedienung an ihrer Kundschaft nicht so Freude, was auch deutlich rüberkam. Doch nach dieser, im wahrsten Sinne des Wortes, heissen Fahrt, konnte uns nichts mehr aus der Ruhe bringen. Wir haben unser Abendessen genossen, dass man uns lieblos hinstellte und sind anschliessend auf einen Schlummertrunk in die nächste Beiz Richtung See marschiert, dort war es schon entschieden freundlicher.


Sonntag, 30. August

Pünktlich um 8.55 Uhr Start zur Heimreise vie Bresse, Fresse (meine Fresse, wie diese Dörfer heissen …) sogar durch Bretagne und Montreux sind wir gefahren, damit konnte ich wenigstens was anfangen. Etwa 10 km vor Porrentruy, ein Schreckmoment für Didu, Platten beim Vorderrad. Mitten in einer Kurve kann sich Didu mirakulös vor einem Sturz bewahren. Wir sind alle erst mal froh, dass ausser Material nichts und niemand Schaden genommen hat. Die Gruppe wartet ein paar hundert Meter weiter (bis wir erstmal wussten, was los war – dringender Bislihalt, kein Benzin mehr oder was). Pesche fährt zurück und erstattet Meldung. In der Zwischenzeit versuchen wir die Garagen bzw. die Tankstelle telefonisch, wo wir gerade, zu erreichen, was am Sonntag eher schwierig ist. Clödu fährt zu Didu und wir haben das Glück, dass auf unserer Strasse gerade ein TCS-Fahrzeug vorbeifährt, das wir anhalten und zu den beiden schicken. So kommt alles in Gang, ein Abschleppdienst kann organisiert werden und schlussendlich kommen Didu und Clödu auch wieder zum Rest der Truppe. Lustig war die Dame vom TCS. Didu hatte die Situation geschildert wegen dem platten Reifen, sie fragte ihn, ob er denn kein Ersatzrad dabei hätte… hahaha. Das werden sich unsere Roadcaptains sofort auf ihre Checklisten schreiben, dass da niemand dran gedacht hat, na so was aber auch!

Da es Mittag war und alle schon leicht hungrig waren, suchten wir uns ein Restaurant. Dort war auch eins ganz in der Nähe, nur wurde dort kein Essen serviert, ausser man hatte es schon vor 100 Jahren bestellt, oder ist selbst zwischen 90 und 100 Jahre alt. Doch 5 km später wurden wir fündig. Kurz vor Porrentruy machten wir Halt beim Restaurant Bellevue, wo wir unter schattigen Bäumen völlig unkompliziert an (nicht für uns) reservierten Tischen Platz nehmen durften (die Tische waren für eine andere Gruppe von Harleyfahrern reserviert, die das aber locker genommen haben). Die Bedienung war extrem aufmerksam und freundlich, da hätten wir gern unsere Servierdame vom Hotel in einen Workshop geschickt. Nachdem sich Didu und Clödu auch noch verpflegt hatten, ging es weiter auf direktem Weg nach Hause. Dank Moni, die bei Clödu als Sozia den Rest der Tour mitgefahren ist, konnte Didu den Weg nach Thun mit Monis Töff fahren. Auf einem der letzten Halte in Biel hätte ich mich am liebsten mitsamt der Töffkleider in den Brunnen gesetzt, es war wirklich sehr heiss. Marianne, unsere „Haus-und-Hof-Fotogräfin“, hat das glaube ich bildlich festgehalten – wie auch ganz viele andere Momente, danke viel mal.

So gegen 17 Uhr waren alle wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.

Danke JP und Dietu für die tolle und anspruchsvolle Tour und den Sperrern Dietu mit Katrin, Clödu und Didu für ihren Superjob, den sie gemacht haben. Wir hatten ein schönes Wochenende, es hat wie immer mega Spass gemacht. Und ein Dankeschön für das Füreinanderschauen. Jeder hat irgendwie zu jedem geschaut, dafür gibt’s den Team-Award für alle und Didu bekommt den Valentino-Rossi-Spezialpreis für das Beherrschen des Motorrades im Ausnahmezustand sowie den Schönheitspreis für das cooooole Aussehen auf Monis Töff. Oh, und Moni bekommt den „IchgebmeineHarleynichtjedermannDiduausgenommen-Award“.

 

Euer heissgelaufener Schreiberling

Renate

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Kommentare: 1
  • #1

    Thomas Wenger (Mittwoch, 02 September 2015 19:37)

    Hoi Renate
    Super gschribe genau so isch es gsih und es het Spass gmacht
    Esther und Thomas