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Flamme der Freundschaft Ride 20.09.2015

Schloss Laupen, 20. September 2015

 

Es war einmal ein Sonntagmorgen. Um 08.48 Uhr, Thömu und ich waren gerade dabei, uns ein kleines Morgenmahl zuzubereiten, piepste das Natel. (Das Frühstück war übrigens unser Lebensretter, wie wir aber erst später erfahren durften). Wo wir denn auch stecken würden, fragte Dietu. Er hatte wohl die Winterzeit vorverschoben oder konnte es einfach nicht erwarten, bis er wieder aufs Bike steigen konnte. Wie dem auch sei, er musste sich noch eine Stunde gedulden, bis Dänu und wir dann vor seinem Heim eintrudelten.

 

Um 10.00 Uhr trafen sich dann 10 Bikes und 12 Ritter/innen, dick eingepackt, unterhalb des Schlosses zu Thun, um irgendeine Freundschaftsflamme zu irgendeinem Baron ins Schloss zu Laupen zu befördern. Wir machten uns auf den Weg über den Gurnigel. Die Gantrischkette versteckte sich leider im Nebel und überhaupt war es saukalt. Unsere Hoffnung, in der Selitalbeiz bei der prächtigen Hochlandrinderherde etwas Warmes in den Magen zu bekommen wurde leider aus Zeitmangel in den Wind geschlagen. Also fuhren wir ohne Rast direkt auf das Schloss Laupen zu. Zum Glück wärmte uns die Sonne im Flachland etwas auf, so dass wir die Fahrt auch wieder voll geniessen konnten. Kurz vor dem Tor des Schlosses rasteten wir im Wäldchen und bereiteten uns auf die glorreiche Einfahrt in den Schlosshof vor. Die Fackel hocherhoben und mit unglaublichem Motorengedröhne erreichten wir die hochwohlgeborene Gesellschaft beim Apéro. Äusserst chic gekleidete Herren und Damen in glamourösen Abendroben erwarteten uns mit spontanem Beifall. Wir und unsere Bikes wurden bestaunt als wären wir Aliens. Ausser Wein, was für uns natürlich tabu war, gab’s hier aber nichts für unsere ausgetrockneten Kehlen. Also verharrten wir der Dinge die da kommen mögen. Neben Alphornbläser mit Freiburger Fahnenschwingen unterhielt uns eine Minnesängerin im Robin Hood-Style mit ihrer fantastischen Stimme, die sich auch ohne technische Unterstützung - diese versagte kläglich - durch ihr Lied sang. Die Fackelübergabe mit anschliessender Goldmedaillenvergabe für jeden einzelnen von uns Friedensbotschaftern, verlief ohne Zwischenfälle. „So, das wäre geschafft, nun etwas zwischen die Zähne“ haben wir uns gedacht. Aber es kam wieder einmal anders. Wir begaben uns in den vornehmen Rittersaal und lauschten andächtig der schönen Tenorstimme des Sängers. Er trug die leidenschaftlichen Lieder voller Inbrunst vor. Genauso, wie es viele von uns  besonders mögen. Manch einer zückte nun sein Handy und hörte spielend oder whatsappend der herzzerreissenden Darbietung zu. Das Textheft hatte unwahrscheinlich viele Seiten.  Aber dann erklangen die ersten neapolitanischen Klänge und da war’s endgültig aus mit der Besinnlichkeit. Räffu’s italienisches Temperament war nicht mehr zu bremsen und wir liessen zu „O sole mio“ und Co. unsere eigene Party steigen.

Nachdem der Applaus verklungen war, wollten wir uns nun, mit definitiv knurrendem Magen, über’s Apéro riche hermachen. Das hätten wir uns ja auch reichlich verdient gehabt. Aber wieder kam es anders. Es stand lediglich ein nicht-gesponsortes Fondue bereit. Da ja Fondue, wie wir wissen, nicht jedermann’s Sache ist, verliessen wir das Schloss kurzerhand mit gleichem Motorengetöse wie wir gekommen waren.

Unter den Schlossmauern fanden wir eine bezaubernde Pizzeria. Wir wurden von den Wirtsleuten herzlich willkommen geheissen und fürstlich bedient. Endlich schmausten wir unsere Pizzen und lebten in Saus und Braus. Der edlen Trankspenderin sei an dieser Stelle von Herzen gedankt.

Danach trennten sich die edlen Ritter und Ritterinnen und schwärmten aus zu ihren eigenen Burgen und Schlössern. Die Oberländer Ritterschaft verabschiedete sich nahe dem Schloss zu Thun und kehrte glücklich und zufrieden heim.

Und wenn wir nicht gestorben sind, dann leben wir noch heute..........

 

Schlusswort von Wolfi:

„Auso i has e coole Tag gfunde. Mit guete Fründä/inä e schöne Tag verbracht, u e Läbäserfahrig riiicher.... Dankä für alles... und am HP fürs dürähaltä mit üs..“  (mehr zu lesen auf SAC-Chatgroup)

Dem hat die Schreiberin nichts mehr hinzuzufügen.

 

Mit ritterlichem Gruss

Brigitte von Faulensee

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Kommentare: 8
  • #1

    knipsi (Dienstag, 22 September 2015 19:51)

    eifach dr füdleblutt wahnsinn, dä bricht! mi läbt's grad mit! muess dr börner gsy si i däm schloss! ä edle gruess vor madame zu hillside, toffen :-)

  • #2

    Wolfi von Burgen (Dienstag, 22 September 2015 20:03)

    Ein köstlich zu lesender Bericht über eine Truppe, die versuchte aus den Niebelungen von Gurnigeligen in den Schmaus der Von Lauchten von Laupen etwas Positives abzugewinnen...auch wenn die Gehörgänge von Rittern und Adelheiten stark dem Minesang des Barden leiden mussten...danke viel viel mal Durchlaucht Brigitte von den Faulen Seehen

  • #3

    Didu (Dienstag, 22 September 2015 20:57)

    Erlauchte Brigitte von Faulensee. Ich bin ihnen des gewaltigen Dankes verpflichtet auf Ewigkeit für die über jeden maßen treffenden Worte auf pergament gebracht und so zu einem gewaltigen Meisterwerk verfasst zu haben gehabt zu tun.

  • #4

    Räffu (Dienstag, 22 September 2015 21:00)

    ...hast du vergessen "funniculi funnicula" ahaahah

  • #5

    Ernesto Graf von Ligurien (Mittwoch, 23 September 2015 09:54)

    Super Beitrag sehr lustig geschrieben! Beim Lesen ist der Tag noch einmal an mir vorbei gezogen... Liebe Brigitte (erlauben Sie mir Sie so respektlos anzusprechen), ich Graf Ernesto von und zu Ligurien, wünsche Dir einen schönen Tag und freue mich auf ein Wiedersehn an der Tafelrunde beim Schloss Thun vom Freitag.

  • #6

    Brigitte (Mittwoch, 23 September 2015 12:26)

    Räffu: nicht vergessen, nicht gewusst wie schreiben....

  • #7

    Renate (Mittwoch, 23 September 2015 15:17)

    Liebe Brigitte von Faulensee
    Mir bricht das Herz, konnte ich an diesem Anlass nicht bei Euch verweilen. Doch leider haben mich familiäre Verpflichtungen auf meinen schwesterlichen Landsitz nach Hannover in die Wedemark verschlagen. Auch die whatsäppigen Minnegesänge des Tenors haben mich zu Tränen gerührt. Ach, hätte ich nur dabeisein können.

    Es grüsst aus den flachen Auen, die unheilige Renate von und zu Abt ohne Bindestrich Friedrich mit den ergebendsten Grüssen

  • #8

    Moni & Clödu von und zu Müller (Mittwoch, 23 September 2015 16:23)

    Von Ritterburg von und zu Müller ein gigantischer Applaus für dieses phänomenale Schriftstück und ein riesengroßes MERCI der wahrlich ritterlichen Verfasserin