C.O.R.E. 03.-04.10.2015

C.O.R.E.  2015

 

Am dritten Oktober lag ich früh am Morgen im Bett und ärgerte mich über die Regentropfen, welche auf das Dachfenster prasselten. Ausgerechnet heute. Wir wollten heute nach Thun fahren und uns dort mit Didu treffen. Anschliessend geht’s weiter nach Grauholz, wo wir dann JP mit Marianne und der Delegation des Old Bern Chapter treffen würden. Aber bitte nicht im Regen. Nachdem wir uns bereit machten mit „Schnellpacken“ und alles was eigentlich zum Aufstehen und starten dazu gehört, sind wir fünf Minuten später gestartet als geplant. Na ja, am Vorabend packen wäre ja zu einfach gewesen. Diese Verspätung sollte uns dann in Goppenstein noch ärgern. Da seit dem Aufstehen doch etwas Zeit vergangen war, konnte sich das Wetter etwas erholen. Danke Wetter. Die Regenkombis blieben also eingepackt. Nach wenigen Fahrminuten kam der Regen dann doch wieder zurück. Aber mit unserer super Bekleidung perlten die feinen, kleinen Tropfen nur so ab. In Goppenstein ärgerte ich mehr über den Fahrplan als über das Wetter. Bei der Zufahrt konnten wir zusehen wie der Zug abfährt. Na toll. Jetzt bloss nicht eine halbe Stunde warten.

 

Knapp eine Stunde später trafen wir in Thun ein. Auf dieser Seite der Berge war das Wetter gut. Mal was Neues. Aber ich gönn es jedem unserer Member, dass ihr mal schöneres Wetter habt, als wir im Wallis. J Nach einer kurzen Begrüssung der „Familie“ und einer Pinkelpause ging’s dann via Autobahn weiter zur Raststätte Grauholz. Oli musste dort zuerst einmal den Tank füllen und ich benötigte ein Päckchen Taschentücher. Ein kleines Päckchen hätte mir ja durchaus gedient. Aber die Tankstelle war da anderer Meinung. Es gab nur Familienpackungen im Angebot. Nachdem ich dann mit dieser Familienpackung unter dem Arm endlich bei den anderen ankam, (im Shop war eine ganze Gruppe Skinachwuchs, welche sich mit Süssem und Flüssigem eingedeckt hatte, ergo eine riesen Schlange an der Kasse) war das Gelächter programmiert. So alles verpackt und weiter. Einen Teil der Strecke fuhren wir über die Autobahn weiter, dann ging’s ab in’s Grüne. Über Land fuhren wir, geführt von Ralf vom Old Bern Chapter, eine doch ganz schöne Strecke. Oli war erstaunt, dass die Gegend Richtung Zürich und um Zürich so schön sein kann. Mit so einem gestressten Volk, so ruhige Plätzchen?! Da wir uns viel zu früh dem Treffpunkt näherten, legten wir noch einen Boxenstopp ein. Da gab’s aber feine Sachen. Richtig gute und sehr reich gefüllte Sandwichs gebracht von einem Mädel, welches an unserem Tisch gern gesehen war. Die einen fuhren dann so richtig gestärkt weiter und die anderen freuten sich auf den kleinen Imbiss beim Treffpunkt in Bergdietikon. Ein schön idyllisches Plätzchen unweit der Stadt Zürich.

 

Aber hallo waren da schon viele Bikes und Chapter Officer’s. Die Begrüssung war freundlich und Antoinette stellte sich, wer’s glaubt, schon wieder einmal vor. Na ja Gesichter merken ist nicht jedermanns/-fraus Sache.  Beim kleinen Imbiss war jemand sehr froh darüber, dass er bereits ein tolles Sandwich verdrückt hatte. Es wurde ein Eintopf ausgeschöpft. Anschliessend gab es noch Mandelgipfel und Kaffee, mit anschliessender Begrüssungsrede und Infos. OK bis hier hin ist ja alles gut. Der Rabbit Hill Chapter von Zürich organisierte dieses Jahr das C.O.R.E. und sollte uns sicheren Geleits ins Hotel führen. Zuerst gab’s aber einen Fotostopp.  Auf der Einladung stand geschrieben, dass wir durch die Schönheiten von Zürich geführt wurden und wir fuhren doch glatt einen Teil unserer Hinfahrt wieder zurück. Danke Ralf, dass du uns bereits die Schönheiten gezeigt hast. J Es stellte sich heraus, dass wir wirklich die schönere Strecke auf der Hinfahrt hatten. Der Fotostopp war auf einem grossen Parkplatz mit Bäumen im Hintergrund. Da wurde einem erst mal klar, wie viele Bikes und Fahrer sich da trafen. Überwältigend. Nach dem nicht ganz so einfachen Fotoshooting fuhren wir weiter. Unserer Meinung nach geführt vom Road Captain mit Unterstützung seiner Sperrer. Diese waren ca. 15 an der Zahl. Wie sich am Sonntag heraus stellte, war das ein Trugschluss. Na ja, wir wären es ja so gewohnt.  Das „Desaster“ begann bei der Weiterfahrt vom Parkplatz zum Hotel in der verkehrsgünstigen Stadt Zürich.

 

So während der Fahrt machte ich mir bereits Gedanken darüber, wie die Road Captains uns durch die Stadt führen würden. Immerhin gibt es in Zürich nicht nur Tram und viel Verkehr. Es hat ja auch so viele Ampeln, wie es im Wallis Kreisel gibt. Und Autobahn gibt es auch. Aber ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass wir genau diese Variante in Angriff nehmen werden. Stellt euch mal kurz vor: ca 100 Bikes, ein Road Captain und 15 Sperrer. Und das unter den genannten Voraussetzungen. .......... Na habt ihr euch ein Bild davon gemacht? Also jetzt dazu, wie es geklappt hat. Im ersten Moment fuhren wir noch durch Dörfer und über Landstrassen. So weit so gut. Nach den Ampeln hat der Road Captain, bei jeweils guter Gelegenheit, am Strassenrand eine Kolonne gebildet und gewartet bis alle wieder zusammen waren und die Sperrer wieder ganz vorne in der Kolonne eingereiht waren. Hey das war doch clever. Aber dann kam die Stadt immer näher und die Ampeln und der Verkehr wurden immer stärker. Ach was, es war ja bloss Samstag. Kein Problem. Wir waren in etwa im ersten Drittel des Konvois unterwegs und eine rote Ampel stoppte den Tross. Aber nicht alle. Die Walliser kennen sich in der grossen Stadt nicht aus und folgten dem Instinkt. Nichts wie hinter her. Also ohne den Anschluss zu verpassen, donnerten wir mit dem Führer und seinen Sperrern die Autobahnauffahrt hinauf. Ich möchte hiermit betonen, dass die Sperrer zu diesem Zeitpunkt hinter dem Road Captain fuhren. Also ich meine wirklich alle Sperrer. Ergo; an der Ampel standen die Gäste, welche sich führen liessen. Aber wohin? Und von wem?

Oli und ich fuhren also den Wegkennern auf der Autobahn hinter her. Mal links abbiegen und dann wieder rechts und dann die Autobahn wechseln und dann mal wieder hier und dort. ??? Wie um Himmels Willen sollen die anderen diesen Weg ausfindig machen? Unmöglich! War ich froh, dass wir uns für die Hetzjagd entschieden haben. Von Hetzen war jedoch keine Spur mehr. Der Road Captain hat doch bemerkt, dass er auf einmal etwas wenig Bikes hinter sich hatte und drosselte das Tempo. Mit 80 Stundenkilometern fuhren wir über eine längere Strecke weiter. Doch hinter uns kamen keine Harleys. Na ja, wie denn auch. Das wäre ein riesen Zufall gewesen, wenn diese dieselben Spurwechsel vorgenommen hätten wie wir. Nach dem wir doch einen Moment den Verkehr auf der Autobahn verarscht hatten, verliessen wir diese und fuhren mitten in die Stadt Zürich. Und was finden wir auf den Strassen der Stadt? Richtig: Ampeln. Und diese sind ja nicht selten auf rot. Also auch jetzt. Standesgemäss wurde angehalten und bei grün fuhr man weiter. Also mit „man“ meine ich hier den Road Captain und die Sperrer. Für diese war lange genug grün. Dann wurde die Ampel wieder leuchtend rot und der Waadtländer an vorderster Front vermutlich auch. Aber was soll’s, neben ihm stand ja ein Zürcher. Der kennt doch bestimmt den Weg.  Beim Umschalten der Farbe auf der Ampel konnte ich das erste Mal an diesem Tag so herzhaft lachen. Die Zürcher sind so nett, dass sie den Gästen die Vorfahrt überlassen. Nachdem aber der Waadtländer den Blick des Zürchers nur kopfschüttelnd und verwirrt erwiderte, fuhr dann doch der Einheimische vor. Da war ich erleichtert und hoffte, dass dieser Zürcher den Weg zum Hotel kennt. Nach wenigen Minuten erreichten wir dann das Hotel und wurden von den Sperrern in die Parkplätze eingewiesen. Ach so. Sie hatten hier noch zu tun. Ich nahm das Telefon zur Hand und rief mal Didu an. Wollte doch wissen, wo sich unsere Freunde befanden. Die Antwort: irgendwo in Zürich. Ok. Die Verbindung war nicht ganz so toll und der Anruf wurde unterbrochen. Dann habe ich doch einen mit einem gelben Gilet angesprochen und gefragt, was mit all denen sei, welche wir verloren hätten. „Ach, haben wir welche verloren?“ Nö. Wir starteten ja mit ca 100 Bikes und waren jetzt noch 30.

In der Zeit bis die anderen ankamen, holte ich uns mal schon den Zimmerschlüssel. Zimmer 920. Wie bitte? Wie viele Zimmer gibt’s denn hier? Also das Hotel hat 21 Etagen. Aber auf der obersten ist die Disco und das Fitness mit Wellness und im Erdgeschoss ist Reception, Bar und Restaurant. Dann sind ja noch im ersten und im zweiten die Seminarräume. Also halb so wild. 30  Zimmer je Etage und das auf 17 Etagen aufgeteilt. Deshalb ist also das Hotel in der Stadt, das Rahmenprogramm vom Abend jedoch in Dietikon beim Dealer.

Also der Rest unserer Truppe war nun auch da und wir machten uns frisch und erfrischten uns dann weiter an der Bar. Es fuhren ja Busse zum Dealer. Das Wiedersehen mit den bekannten Officer’s war schön und an der Bar lernten wir wieder neue Gesichter kennen. So soll es sein. Später beim Dealer im Harley Heaven gab’s dann eine Variante, damit wir andere Leute kennen lernen. Beim Eingang bekamen wir farbige Bändel fürs Handgelenk. Später wurden die Gruppen nach Farben eingeteilt und jede Gruppe ging an verschiedene Stände zur Weindegustation. Das war für mich doch etwas ungewöhnliches. Weindegustation in Zürich??? Na ja. Die Gläser waren zu voll um das eine Degustation zu nennen. Es war doch eher ein Weintrinken. Aber mal was anderes und eine gute Idee um die anderen besser kennen zu lernen. Die Zürcher liessen sich nicht lumpen. Das Essen im Harley Heaven, die Degustation der Weine und dann noch „Stümpli“ mit Feuerzeugen zur freien Verfügung. So konnte man den Abend schon „berauschend“ verbringen. Vergessen wir auch nicht den Fotographen, welcher mit einem neuen Modell Fotos machte und diese anschliessend ausdruckte. Eine tolle Erinnerung. Also ich für meine Wenigkeit habe mich sehr gut unters Volk gemischt und neue Kontakte geknüpft. Irgendwie liegt da noch ein Bild zu Hause, auf welchem neue Gesichter zu erkennen sind. Auch wenn ich am Sonntag als „Fremdgeher“ bezeichnet wurde, es hat Spass gemacht. Und ich bi halt wiä ni bi J

Ach ja der Sonntag. Der kommt auch noch. Aber mehr dazu später. Im Anschluss der Party wurde wieder ein Bus organisiert, welcher uns sicher zurück ins Hotel fahren sollte. Aber der erste fuhr doch etwas zu früh (für manche von uns). Uns wurde mitgeteilt, dass der Bus zum Hotel und gleich wieder zurück fährt. Warum und wieso das Antoinette für Oli, Didu, die Berner und mich ein Taxi bestellt hatte, verstehe ich nicht so genau. Ich gab einfach meinem Pegel die Schuld. Aber am Sonntag wurde ich belehrt, dass ich nicht die einzige mit grossen ? war. Egal. Wir waren schnell im Hotel. Was macht man an so einem angebrochenen Abend? Ab an die Hotelbar. Die letzte Runde dauerte ziemlich lange. Zumindest für dieselben wie immer wurde es spät. Diesmal sehr spät. Aber ich musste doch die neuen Kollegen vom Wallis Chapter noch besser kennen lernen. Mein Französisch war zu diesem Zeitpunkt unaufhaltsam. Ok einige hatten wohl den Eindruck, dass mein Mundwerk in jeder Sprache unaufhaltsam war. Vor Müdigkeit überwältigt fuhr unser letzter Bro mit braunem Gilet in den neunten Stock Richtung Einzelzimmer mit sage und schreibe 2 bigsize Betten. Wozu eine einzelne Person ein soooo grosses Zimmer mit so vielen Schlafmöglichkeiten benötigt, weiss ich bis heute nicht. Auf jeden Fall war es sicher eine Verschwendung. Das Zimmer wurde ja in keinster Weise ausgenutzt.

Lieber Didu. Hier möchte ich nochmals erwähnen, dass ich (ausgerechnet ich, mit meinem total ausgeschöpften Genusspotential*) Herr meiner Sinne war und dir noch dein Harley Säckchen in Sicherheit gebracht hatte. *Wer bei diesen Genüssen an etwas anderes als Essen und Trinken denkt: isch äs „Gaschi oder äs Schwinggi“

Also mit Didu’s Harley Tasche, dem ungenutzten Fotoapparat und den Bildern unterm Arm ging’s dann ebenfalls Richtung Zimmer. Also um den Wecker zu stellen waren meine Sinne dann doch zu erschöpft. Und vielleicht auch sonst etwas getrübt. Also ein tiefer, fester Schlaf bis in den Morgen hinein. Halt war da nicht noch was? Ach ja die Workshops!!! Na ja. Die einen gingen hin, die anderen eben nicht. Aber ich habe mich ja am Vortag voll eingesetzt. Ich nutzte die Ruhe und die Abwesenheit der anderen um wieder auf Betriebstemperatur zu gelangen. Das Ende der Workshops konnte man nicht übersehen. In Schaaren kamen die Officer’s wieder aus den Sitzungs-Säälen und erzählten von den Erfahrungen und den Infos.

Vor allem der Workshop für die Head Road Captains war sehr aufschlussreich. Da wurde doch allen klar, was für eine Leistung am Vortag erbracht wurde. Der „aarum Piffl“ von Road Captain des Vortags ist gaanz alleine. Ihr habt richtig gehört. Er ist der einzige Road Captain im Chapter. Die anderen mit Westen wurden für diesen Anlass nur so schnell mal eingesetzt. Also liebe Road Captains. Da seht ihr mal, wie wichtig die Kurse, die Sitzungen und die Training’s sind. Und das einer alleine, fast wie keiner ist. Ich konnte es kaum glauben, dass er diese grosse Verantwortung auf sich genommen hat. Aber vielleicht war ihm die Grösse des Anlasses nicht so ganz bewusst. Und wir hatten nun etwas Wesentliches aus diesem Fall gelernt. Nächstes Jahr wird dies ein grosses Thema bei der Organisation des C.O.R.E. 2016 sein. Und eine weitere Info des Tages: nächstes Jahr findet der Anlass in der Region Bern statt und wird durch den Old Bern Chapter organisiert. Also wir lassen uns nicht lumpen und werden den Bernern helfen. So viele Bikes kann ein Chapter alleine kaum bewältigen und der Old Bern Chapter ist uns gegenüber immer hilfsbereit. Deshalb verlasse ich mich ganz auf eure Hilfe. Enttäuscht mich bitte nicht.

Nach dem die Erfahrungen, Adressen und Telefonnummern ausgetauscht waren, das Mittagsbuffet geplündert und das grosse Verabschieden mit vielen Bussis erledigt war, ging’s dann ab auf die Autobahn. Selbstverständlich wieder mit den Bernern. Es war eine relativ rasante Fahrt bis zur Autobahnraststätte, wo sich noch der Rest der Truppe verabschiedete. Ab Thun blieben dann nur noch die Walliser übrig, welche noch die Grenze durch die Berge passieren mussten und dann von der Heimat mit schönstem Strahlen empfangen wurden.

Schlussfazit: Es war wieder ein interessantes Wochenende, welches sich sehr gelohnt hat. Leider ist der Vorstand des Swiss Alps Chapter in den letzten Jahren nur mager vertreten. Diejenige, welche bereits Erfahrungen sammeln konnten, empfehlen jedem Member aus dem Vorstand an diesem Anlass teil zu nehmen. Leider ist der Anlass für alle Vorstandsmitglieder der verschiedenen Chaptern in der Schweiz reserviert. Aber die Teilnahme bei anderen ist wesentlich höher. Ich weiss, dass es immer schwierig ist mit den vielen Terminen. Also merkt euch schon 2016. Es ist noch nicht ganz sicher, ob der Anlass am ersten oder zweiten Wochenende im Oktober stattfinden wird. Aber wir werden bestimmt die letzte Ausfahrt dementsprechend planen bzw. verschieben. Und ich spreche mit diesen Daten nicht nur die Vorstandsmitglieder an, sondern jeden. Es könnte sein, dass wir nebst den Road Captain’s auch Member’s für die Hilfe des Old Bern Chapter’s einsetzen können. Dazu kommt noch, dass an einem der beiden Daten voraussichtlich die Schlussausfahrt statt findet. Also bitte reserviert euch diese beiden Wochenenden. Die Ausfahrt des C.O.R.E. findet ganz sicher an einem Samstag statt.

 

Ich bin gespannt was uns nächstes Jahr in Bern erwartet und freu mich erst mal auf unseren letzten Ride am kommenden Sonntag.

Liebe Grüsse euer Schreiberling

Alex

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