Swiss Harley Days und European HOG Rally 2017

Freitag 30.6.2017

Bei stahlblauem Himmel starteten wir in Thun schon früh am Morgen um uns kurz nach Thun mit dem Old Bern Chapter zu treffen. Nach einer herzlichen Begrüssung starteten wir unsere Reise über den Susten, Oberalp, Lukmanier und Bellinzona nach Lugano! Im Rest. Steingletscher wärmten wir uns so gut es ging bei Kaffee und Gipfeli etwas auf. Der eine oder andere suchte verzweifelt nach den „langen“ Handschuhen im Gepäck weil es wirklich sehr kalt war. Ich selber zog mir alles über was verfügbar war um den kalten, aber immer noch trockenen Themperaturen zu trotzen. Auf dem Lukmanier mussten wir uns dann doch noch dem Regen beugen und bretterten wie kleine Michlin-Mändli im Regendress weiter bis nach Bellinzona Nord wo wir den Mittagshalt dann doch bei wieder etwas wärmerem Wetter verbrachten. Die Regenkombis verschwanden wieder im Gepäck und frisch gestärkt traten wir den letzten Abschnitt unserer Reise ins Hotel an. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Röbu Schindler vom Old Bern Chapter bedanken, welcher den Tross zusammen mit seinen und unseren Sperrern souverän, zügig und unfallfrei nach Lugano führte.

 

Im Hotel angekommen quartierten wir uns ein und trafen uns dann anschliessend zum gemeinsamen Nachtessen, welches Alex und Oli für uns auf der Piazza bereits im Frühling organisierte! Die Bands spielten gute Musik und wir liessen es uns mit feinstem Italianfood, gutem Wein und wie immer tollen Gesprächen einfach gut gehen! Anschliessend verteilte sich unsere Gruppe auf die Meile unten am See, zurück ins Hotel oder zur Party! Mehr dazu etwas später...

 

Samstag 1.7.2017

Diejenigen, welche sich nach dem Nachtessen brav zurück ins Hotel begaben und diejenigen, welche das gesunde Mass zwischen Party und Erholung fanden starteten am Morgen früh zu einer Tour, welche Noldi für uns parat hatte. Hier füge ich nun den Bericht von Alex ein weil mich am Freitagabend Jack Daniels oder so... in seinen Bann zog und ich daher am Samstagmorgen nicht an der Ausfahrt teil nahm:

 

Ich zitiere Alex:

Die Party am Freitag musste bei manchen sehr streng sein. Eine kleine Gruppe SACler sass bereits am Frühstückstisch, während sich andere per SMS für die Ausfahrt abmeldeten und kundtaten, dass sie besser noch ein bisschen im Bett bleiben. Eine gute Mischung zwischen Party und genug Schlaf für die Ausfahrt an dem perfekten Tag war doch empfehlenswert. Beides möchte ich nicht missen. Bevor er losging musste die erste Herausforderung gemeistert werden. Gut hatten wir fitte Männer dabei. Da nicht nur unsere Bikes auf kleinem Platz in der Garage zusammengepfercht wurden, mussten wir zuerst überlegen, wie unsere Bikes wieder aus ihrem Stall kamen. Mit Manneskraft wurde sogar ein Stahlross auf die Seite gehoben und umplatziert, damit ein weiteres aus seinem Platz befreit werden konnte. Gut sind nicht alle Alarmanlagen eingeschaltet. Sonst wäre jetzt wohl der Zeitpunkt gekommen, an dem auch die im Bett gebliebenen sich zu uns gesellen würden. Da nun alle erforderlichen Bikes mit ihren Fahrern auf dem Platz vor dem Hotel startklar waren, konnte es ja losgehen. Oder doch nicht?  Da steht ein Bike mit Beifahrerin allein und verlassen auf dem Platz. Wo ist Marco? Kurz mal schnell nochmals aufs Zimmer und alle anderen warten schon startklar auf den Bikes. Da konnten wir ja die Zeit nutzen, um noch einige Bilder festzuhalten. Zuschauer und Interessierte aus aller Welt standen schon gespannt auf dem Platz. Asiaten erfreuten sich über die Zwangspause, da sie die Gelegenheit nutzen konnten, um Fotos mit den Bikes und den Fahrern machen zu können. Das war schon ein spezieller Moment. Die Motoren startklar, auf Marco warten und einige Zuschauer, welche mit uns nur auf den Moment des Starts dieses Trosses warten. Nach gefühlten Stunden erschien auch Marco wieder auf der Bühne. Mit Jubel wurde er begrüsst und wir konnten doch noch mit 10 Minuten Verspätung starten. Die Verzögerung wurde Marco jedoch sofort verziehen. Die Stimmung und das Wetter waren fantastisch und wir hatten ja genügend Zeit zur Verfügung. 

Nach der Befreiung der Bikes folgte nun die zweite Herausforderung. Man fahre aus einer Stadt mit x-tausend Umleitungen. Hatten wir doch im Frühjahr die geplante Strecke ohne Umwege getestet, wurde es heute doch noch etwas schwieriger. Orangenen Tafeln nach fahren ist ja kein Problem. Doch dann die richtige Strasse treffen? Das benötigte in unserem Fall einen zweiten Anlauf. Egal. So konnten wir unsere Bikes noch ein bisschen den Schaulustigen auf den Strassen Luganos zeigen und uns an ihren Gesten erfreuen. Endlich lag die Stadt hinter uns und der See zu unserer Rechten. Kein Wölkchen trübte den Himmel. Was will man mehr? Die Strasse führte uns von der Schweiz über die italienische Grenze durch enge Strassen und Dörfchen. Das Highlight folgte ca. in der Hälfte der Strecke. Wir schlängelten uns über kurvige Strassen dem See entlang und den Hügeln hoch und runter, bis wir dann vor der Schweizer Grenze zu einer 18% Steigung mit engen 180 Grad Kurven kamen. Für mich ein gutes Kurventraining. Der Spassfaktor war riesig. Ich war trotzdem froh darüber, dass ich die Strecke nicht das erste Mal gefahren bin. So wurde ich nicht vom Schwierigkeitsgrad überrascht und wusste schon beim Start der Tour, was mich erwartet. Haben wir Frauen das Geschwafel der Männer über Frauen am Steuer doch satt! Aber es gibt Momente, da müssen wir doch erkennen, dass diese Sprüche nicht an den Haaren herbeigezogen werden. Was hätte diese Dame in dem Kleinwagen vor uns in ihrer Situation mit einem richtigen Auto gemacht? Ich denke einer von uns hätte den Wagen wegstellen müssen. Man stelle sich vor: eine Frau, ein Kleinwagen, eine steile Strecke mit einer engen Kurve und Gegenverkehr. Ich glaube jeder kann sich ein Bild davon machen und es sind keine weiteren Kommentare mehr nötig. Endlich ging es auch für uns wieder weiter und wir nutzen eine Baustelle für einen Halt und für Schwärmereien der soeben gefahrenen Strasse. Einige wollten gleich wieder hoch. Doch wir entschieden uns für die Weiterfahrt und überquerten schon bald die Grenze. Wieder in der Schweiz ging es genau gleich idyllisch weiter. In Melide überquerten wir den Damm und fuhren wieder Richtung Lugano. Kurz vor Paradiso steht am Strassenrand ein grosses Restaurant mit einem grossen Parkplatz umgeben vom See. Hier machten wir unseren Pisi/Kaffeehalt und nutzten die Gelegenheit um ein tolles Gruppenfoto schiessen zu lassen. Die Einheimischen sind ja sehr hilfsbereit, doch das mit der Technik ist nicht jedermanns Sache. Nachdem wir alle ein Krampfen vom Lächeln im Kiefer hatten, war auch das Bild im Kasten. Wenn ich das Resultat ansehe, hat es sich doch gelohnt. Nun teilte sich unsere Gruppe auf und die einen fuhren ins Hotel und die anderen setzten ihre Tour fort. Nach unserer Pause wären wir ja relativ schnell wieder im Hotel angekommen. Wären da nicht die Swiss Harley Days mit der H.O.G. European Rally. Die Stadt war ja abgesperrt bis zum geht-nicht-mehr. Durch drei Absperrungen mit Polizisten mussten wir uns durchkämpfen. Neben verärgerten Bikergruppen vorbei und der Erklärung weshalb wir genau da durch mussten. Im Hotel wieder angekommen wurden die Bikes wieder in den Stall gestellt und es ging ab ins Geschehen. Das ist doch ein perfekter Tag. Eine tolle Ausfahrt mit tollen Freunden und trotzdem weder die Flugschau noch die Party verpasst. Hier ein grosses Dankeschön an die Sperrer und an den Tourguide. Waren wir doch mehr Sperrer als Fahrer in der Gruppe. Doch das macht riesig Spass. 

Merci

Liäbs Grüässji

Alex

 

Nun übernehme ich wieder selber die Feder: Am Samstagabend trafen wir uns dann um 17h bei Maggie am Stand von Harley Thun mitten im Getümmel zu einem Apéro anlässlich ihres Geburtstages! Danke Maggie für alles, was Du für uns machst, es war einmal mehr toll, im Kreise des SAC und unserem Dealer ein Gläschen und diverse Häppchen zu geniessen!

Wieder auf der Piazza neben der Bühne genossen wir ein gemeinsames, weiteres Nachtessen bei Hard Rock welcher den einen zu laut aber den andern genau ins Konzept passte! Anschliessend verteilte sich die Gruppe wieder individuell: die einen gönnten sich noch einen Schlummi während die andern seriös ins Hotel zurück schlenderten um noch hier und dort etwas Kleines einzukaufen als Erinnerung.

 

Sonntag 2.7.2017

Man traf sich zum Frühstück, die einen etwas frischer als die andern, holte die Bikes auf den Platz, checkte das Hotel aus und ärgerte sich zum Teil, dass noch Parkgebühren nachzuzahlen waren! Wir fanden, dass die Zimmer schon alleine mehr als genug kosteten und hatten eigentlich die Idee, dass bei solchen Preisen die Tiefgarage inbegriffen sein könnte....

Anyway, bei gutem Wetter starteten wir unter der Führung von JP Richtung Centovalli. Ich persönlich habe das nicht so ganz verstanden, habe ich doch gleich auf der ersten Kreuzung schon mal in die falsche Richtung gesperrt. Völlig durch den Wind durch diesen Patzer habe ich dann auch noch Oli und Noldi an jedem Kreisen abgewürgt weil ich irgendwie im Kopf hatte, dass der orange Hobu von Marco und Jeannine immer das Schlusslicht bilden... heute war das nicht so und ich möchte mich daher bei den Geprellten für meinen Fauxpas entschuldigen.

Trotz allem genossen wir geschlossen im Centovalli bei schönstem Wetter noch den letzten italienischen Kaffee und setzten dann unsere Reise über den Simplon fort. Kalt und neblig bot sich uns die Passhöhe und daher entschied ich mich, nachdem ich fliegend die Führung von JP übernahm, oben auf dem Simplon keinen Halt zu machen und zog die Reise bis nach Brig durch.

Aller guter Dinge sind drei: somit habe ich in Brig kurzerhand für einen Teil unseres Trosses wohl die falsche Richtung gewählt?! Ich suchte einen grossen Platz um die weitere Heimreise einzuteilen und Oli und Alex, welche sich seit Jahren in Brig gewohnt sind, nach rechts zu fahren, verschwanden wortlos Richtung Filet. Schade, wir hätten uns gerne offiziell von ihnen verabschiedet. Durch viele Baustellen und Umleitungen fanden wir dann doch noch die Möglichkeit, uns zu besprechen wer wie nach Hause fährt. Wir verabschiedeten uns dann auf einem grossen Parkplatz. Ein Teil der Gruppe, genau genommen diejenigen, welche leichten Stalldrang feststellten entschieden sich für den Zug nach Kandersteg währen sich der andere Teil Richtung Vevey auf die Räder begab. Ich schloss mich der Autobahn-Gruppe an und wir genossen in der Autobahnraststätte Relais de St. Bernard noch einen letzten gemeinsamen Imbiss, sattelten die Regenkombis und nahmen die letzten Kilometer auch noch unter die Räder. Dietu, Clödu und Chrigi entschieden sich für die „Höger“ und JP, Marianne und ich für die „Chrine“.

 

Fazit der Geschichte: für mich, wie auch für einen grossen Teil des SAC waren dies die tollsten Harley Days ever weil eine absolut zwanglose Stimmung herrschte, jeder und jede genau nach seinem Gusto einfach geniessen konnte was sich uns alles in Lugano bot! Ich bin dankbar, dass die Reise einmal mehr komplett Zwischenfall- und unfallfrei vor sich ging. Daher möchte ich mich ganz herzlich für die Unterstützung von JP, eines jeden Sperrers und auch der jeweiligen Folksleader herzlich bedanken. Auch Maggie sei ein grosses Dankeschön ausgesprochen für das feine Apéro und natürlich auch denjenigen, welche in irgendeiner Form etwas spendiert haben um zum Wohle der Gesellschaft bezutragen. Auch dem Old Bern Chapter möchte ich Merci sagen für die tolle Reise nach Lugano. It was just a great Weekend!

Ich freue mich darauf, das Old Bern Chapter anlässlich eines „Dankeschöns“ von unserer Seite am nächsten Höck in Thun zu treffen.

 

Mit herzlichen Bikergrüssen

Euer Past-Editor Eva

Kommentar schreiben

Kommentare: 0