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Auffahrtsride 27. Mai - 29. Mai

Lang ersehnt, viel vorbereitet und endlich ist es soweit. Am Donnerstag, dem 26.05.22 treffen sich 11 Harleys mit ihren 4 Bikerinnen, 5 Bikern sowie 2 Sozias beim Shop in Thun und starten nach kurzer Besprechung ihre Fahrt nach Sargans. Wobei Thömu und Esther durch ihre lange Anfahrt, schon in Thun ihre erste Pause hatten. Auf den heimatlich gewohnten Strassen geht`s über den Schallenberg Richtung Eschholzmatt, wo wir uns, wie schon öfters, mit einer Kaffeepause im Gasthof Löwen nach den ersten Kurven stärken und wieder aufwärmen. Richtig gelesen, aufwärmen, in Thun hatte es bei der Abfahrt gerade mal 12°, was uns, entsprechend gekleidet aber natürlich nicht abhielt diese schöne Fahrt zu geniessen. Nach der Pause fand Dänu, dass wir unser Safety - Training doch noch einmal zeigen sollten und baute bei Hasle (kurz vor Entlebuch) ein zusätzliches, kurzes und intensives Kurventraining inklusive Wendemanöver als Abstecher ein, bevor wir über Malters, Hellbühl, Rain, Abwil und Oberrüti nach Cham kurvten und wie eine Perlenschnur von dort aus am Zugersee entlang über Zug nach Arth die unterschiedlichsten engen und breiten, langgezogenen und kurzen Kurven je nach Harley (Fahr) – Typ fuhren. Das Mittagessen nahmen wir in Arth im Restaurant Gartenlaube, direkt am Zugersee, mit Blick auf Rigi, ein. Bei deutlich wärmeren Temperaturen, Sonnenschein und ausgelassener Stimmung diskutierten wir, wie viele Kantone wir schon durchquert haben, wie weit der «Knick» vom «grossem» Zugersee noch geht und begutachteten unter anderem die unterschiedlichen Boote & Schiffe samt Crew. Gott sei Dank war Nini so geistesgegenwärtig und rettete den Helm von Dietu vor dem Ertrinken, der bei einem unabsichtlichen Stoss an den Tisch fast ins Wasser gefallen wäre. Kein Wunder, wir waren alle schon wieder ganz hibbelig und wollten schliesslich mit unseren Harleys fahren. Also gings schnell weiter über Goldau hoch durch Steinerberg, wo es wirklich viele hohe Steinmauern hat und vor denen sich das entgegenkommende postgelbe Trike, inklusive Wohnwagenanhänger (WAU) dekorativ abhob. Anschliessend kurvten wir von Schwyzerbrugg nach Einsiedeln, genossen dort eine Glace und bestaunten die prachtvolle Architektur. Diesen dekorativen und historischen Hintergrund nutzten wir auch gleich für unser erstes SAC – Fahnenfoto. Nach der Erfrischung (wobei soooo warm wars dann doch nicht mehr, da sich die Sonne zeitweise wieder versteckte) ging es einen Teil der Strecke am Sihlsee über Gross entlang, wo wir diesen via dem Steinachviadukt überquerten und auf der anderen Seite bis Willerzell verfolgten. Dort verliessen wir den See und bogen ab um über das Sattelegg mit Serpentinenkurven und anschliessend über den Rämpensee nach Siebnen, Näfels, sowie Filzbach zu fahren, wo wir den Walensee schon sehen konnten. Ab Mühlehorn ging es den See entlang bis Walenstadt und von dort aus wieder Überland an Flums, sowie Heiligkreuz vorbei nach Sargans, wo wir im Hotel zur Post übernachteten. Dort konnten sich auch unsere Maschinen an einem extra mit Harley Hess frei gehaltenen Unterstand «ausruhen». Mit Ausnahme von Thömu & Esther hatten wir da 263 km in einer reinen Fahrzeit von ca. 5.30 h zurückgelegt und dabei 1230 Höhenmeter rauf und runter bewältigt. Und um das Thema von Mittag noch einmal aufzunehmen => wir kurvten an diesem Tag durch die Kantone Bern, Luzern, Aargau, Zug, Schwyz, St. Gallen. Das machte durstig. Also ganz schnell die Zimmer beziehen und den vorerst noch lauen Abend draussen am langen Tisch mit einem Apéro Getränk und angeregtem Gespräch geniessen. So ohne Töffklamotten wurde es dann für den weiteren Abend doch zu kühl. Da es, inklusive mir, doch ein paar eher verfrorene Typen in der Gruppe hatte, nahmen wir das Abendessen dann doch drinnen ein und beobachteten dabei neben viel Gelächter als Highlight die individuelle Zubereitung von 2 Tatar`s. Schliesslich forderten die vielen Eindrücke und insgesamt ca. 8 h unterwegs sein ihren Tribut und wir «horchten» an unseren Kissen.  Wir hatten ja keine Ahnung, was uns am nächsten Tag Streckenmässig erwartete und wollten auf alles vorbereitet sein.

Erholt und gestärkt von einer breiten Auswahl beim Frühstücksbuffet gings dann gleich von Sargans aus los nach Maienfeld, wo wir im Harley – Bündnerbike – Shop vom Dealer herzlich mit Kaffee und Gipfeli begrüsst wurden. Gespannt warteten wir auf das Eintreffen der Mitglieder des East Side Chapters, welche auch im Bündner Shop ein wenig heimisch sind. Kein Wunder, liegen die Zwei Destinationen nicht weit auseinander. Nach einem ersten «Beschnuppern und neugierig beäugen der Bikes, » (ein paar hatten sich vorgängig schon letzten Herbst + in Lugano gesehen) gabs erst Mal Fahrinstruktionen. Das war auch nötig, denn der East Side Chapter hat eine völlig andere Technik des Sperrens als wir. Und ja, man merkte es deutlich, wir wollten endlich die neuen Strecken erkunden, aber, ein gemeinsames Fahnen – Foto vor dem Start musste sein. Ist gar nicht so schnell gemacht, wenn ein Profifotograf das Sagen hat. Da sind die Ansprüche an Aufstellung, Belichtung, Hintergrund und Mimik schon deutlich höher und wir posierten davor extra drinnen und draussen.  Gabriele hat uns aber auch profimässig animiert und seine Ergebnisse sind schon auf der Website des East Side Chapters zu besichtigen. Mit Franco di Meo als Tourenführer und Franco Merici als «Besenwagen» fuhren wir erst mal weiter durch die Garnison St. Luzisteig, durchquerten das Fürstentum Lichtenstein, unterhalb vom Schloss Vaduz Richtung Schaan, bevor es über den Rhein wieder zurück in die Schweiz nach Buchs, Wildhaus, Alt Sankt Johann und Nesslau ging. Dort verliessen wir die Ebene um wieder bei grandiosem Ausblick und Serpentinenkurven auf eine typische Toggenburger Alp zum Buurebeizli Degerten zu einem leckeren Mittagessen fuhren. «Buurebeiztypisch» parkte ein Teil von uns im fast leer geräumten Silo, bevor wir, umgeben von der eindrücklichen Landschaft, mit den Eigenproduktionen, inklusive der Toggenburger Spezialität Schlorziflade verwöhnt wurden.  Pause bedeutet nicht nur eine Stärkung, sondern auch die Gelegenheit, sich bei intensiven Gesprächen besser kennen zu lernen, gemeinsam zu Lachen, sich als Ziegenpeter zu betätigen oder das modernisierte Plumpsklo mit extra Angebot für die Damen 😉 zu «erkunden». Übrigens hinter dem Mattstock, der so eindrücklich vor uns lag, befindet sich der Walensee, an dem wir bei der Anreise entlang gefahren sind. Aber es gab noch viel mehr zu erkunden, also die gleiche Strecke wieder runter, dieses Mal «unten» weiter nach Neu Sankt Johann wieder die Ebene durchqueren und rauf gings zur Passhöhe Schwägalp, wo wir eigentlich «nur» ein weiteres Fahnenfoto unterhalb des Sentis machen wollten. Tja, so eine Gruppe fällt definitiv auf und wir konnten mal alle, inklusive Gabriele für ein Foto posieren, da sich eine engagierte Mama sogar ein paar Fotos auf Boden liegend schoss. Gerne liessen wir ihre Kinder dafür auf unseren heissen Öfen modeln. Ja, wir fielen auf, als Zugabe erhielten wir auch noch ein spontanes Foto mit Drohne von einem weiteren Wanderer. Cool, was unsere Harleys so alles bewirken. Wir befinden uns im Toggenburg, also geht`s runter und gleich wieder über den oberen Grossgarten rauf Richtung Urnäsch, weiter nach Stankt Peterzell, Ganterschwill, Uzwil, Schönholzerwillen und Bürglen bevor wir nach ca 1400 m rauf und runter, rund 163 km und reiner Fahrzeit von ca. 3.45 h vom «Weinfelden – Dealer Moto84 AG» mit einem Apéro empfangen wurden. Ein weiteres Fahnenfoto musste her, bevor wir uns kurz trennten, um das Hotel zu beziehen, die Motorräder in der Tiefgarage sicher abstellten und auch etwas für unsere Beweglichkeit taten, indem wir zum Restaurant Arthur zu Fuss gingen. Nach und nach trudelten alle wieder ein und weiter gings mit der kulinarischen Versorgung, interessanten Gesprächen, Lachen und Durchmischung der Chapter, wobei es sich der Dealer, Mark Kobel nicht nehmen liess, daran teilzunehmen. Wie klein die Welt doch ist. Durch Zufall begegneten sich an diesem Abend Katrin und die Mutter ihrer Freundin, welche es sich nicht nehmen liess, sich eine Weile zu uns zu gesellen. Einfach schön, schliesslich sind wir weit vom Kanton Bern entfernt und hatten heute die Kantone St. Gallen, Bündner Land, das Liechtenstein, den Kanton Appenzell und Thurgau durchquert und … waren irgendwann einfach müde vom Tag. Ein paar vom East Side Chapter hatten da aber noch ca. 1 h Fahrt vor sich, bevor auch sie sich zur Ruhe begeben konnten. Merci, dass ihr auch das für uns auf euch nahmt! 

Nach dem Frühstück trafen wir uns am Samstag wieder beim Dealer, wo wir bereits am «Stand» des East Side Chapters von Gudrun und Leo mit Kaffee & Nussgipfeln empfangen wurden und während die weiteren Mitglieder nach und nach Eintrafen, die Zeit nutzten um zu Quatschen, den Shop und die anderen Bikes genauer in Augenschein zu nehmen. Die anschliessende Fahrt mit Franco Merici  als Tourführer und Franco di Meo als «Besenwagen»  wurde als allgemeine «Knoten- oder Hummelfahrt» bekannt, bei der wir wie braun-schwarze Harley – Hummeln in der schönen Gegend um den Bodensee kreuz und quer, sowie gefühlt jede Nebenstrasse der Region gefahren und gekreuzt haben (ein Teil von uns hat es doch gemerkt 😉). Um beim Schreiben nicht einem «Knoten» zu erliegen, gestatte ich mir, auf das Calimotofoto hinzuweisen, auf dem die Strecke bestens ersichtlich ist. Dabei durchfuhren wir eine wunderschöne Gegend mit charmanten Dörfern / Städtchen und unterschiedlichsten Blickwinkeln auf den Bodensee. Eindrücklich dabei war sicher auch die Durchfahrt durch das historische Stein am Rhein, bevor wir die Mittagspause in Hemmenhofen direkt am See mit Bademöglichkeit, Liegestühlen und einzelnem Powernapping verbrachten. Danach ging es über diverse «Knoten» wieder zurück zum Dealer wo wir uns nach einem weiteren kurzen Austausch für eine kurze Zeit trennten, um uns im Bonanza wieder zu treffen. Wir sind nicht zur beim Biken zügig unterwegs (immerhin hatten wir heute ca. 780 Höhenmeter in rund 140 km und bei einer reinen Fahrzeit von ca. 3 h zurückgelegt) sondern auch schnell beim «Frisch machen». So hatten wir noch genügend Zeit, ein Apéro Drink auf dem Platz hinter unserem Hotel zu geniessen. Und wie soll uns Gudrun, Leo und der Chauffeur der Stretchlimousine dort finden? Na durch unser anhaltendes Gelächter, ausgelöst durch die Debatte über die diversen Vibrationen, sei es durchs Töff, dem Angebot auf dem Damen – WC oder den E – Zigaretten (inklusive unterschiedlichem Farbangebot). Das East Side Chapter entpuppte sich als genialer Tourguide, nicht nur auf der Tagestour, sondern auch, indem sie uns mit einem Chauffeur im Schottenrock und Stretchlimousine vom Bonanza abholen liessen.  Und weil diese für 11 Personen zu doch zu klein war, der Rest von Gudrun & Leo transportiert wurden. Ein riesiges Merci an euch Beide!. Bonanza, da klingelt doch was. Richtig, wir landeten in einem Westernsaloon, mit einem dekorativen Bison aus Schwemmholz als «Türsteher», Liveband mit Country - Musik, Buffet, Original Bohnen + Kaffee, welche direkt auf dem Feuer gemacht wurden, Square- und Line Dance, unter den kritischen Blicken des aufgehängten Bisons, der Adlerfahne und dem hölzernen Indianer. Die Tänzer wurden dabei von einer Tanzlehrerin angeleitet und lautstark unterstützt von den Ladys aus beiden Chapter, welche imaginäre Lassos schwangen.  Leider war dies auch schon unser letzter gemeinsamer Abend, also blieb uns nichts anderes mehr übrig, als uns für die zwei tollen Tage mit einem SAC – Flachmann, gefüllt mit Grappa, sowie SAC Halstücher für die zwei Frankos als Roadcaptains, Gabriele als Fotographer und Röbi als Safetyofficer, Stellvertretend für alle Teilnehmer des East Side Chapters, zu bedanken. Sie haben einfach alles gegeben und wir haben neue Bikerfreunde gefunden. Dies zeigte sich weiter auch dadurch, dass Franco di Meo uns allen einen Aufkleber der East Sider und als Wegzehrung einen (typischen) Apfel aus der Region mitgab. Es half alles nichts, irgendwann ist auch der schönste Abend vorbei und hiess wieder standesgemäss zurück ins Hotel mit Stretchlimousine, sowie Gudrun & Leo.

Und schon ist es wieder Morgen, mehr oder weniger sind alle für die Abfahrt parat und drückten uns die Daumen, dass wir nach gutem Wetter nicht am letzten Tag noch mit Regen konfrontiert wurden. (bis auf gefühlt 3 Tropfen, ging dieser Wunsch auch entgegen aller Wetterprognosen prompt in Erfüllung) Wie es für die Rückreise typisch ist, zieht es alle nach Hause und unsere Tour Leader hatten dafür ein Einsehen. Immerhin legten wir am letzten Tag noch 213 km in einer reinen Fahrzeit von ca. 4 h zurück. Die beiden Leader liessen sich aber nicht lumpen und liessen uns insgesamt 1230 Höhenmeter rauf und runter über Wuppenau, Kirchberg, einer Intensivkurvenstrecke bei Hulftegg, über Fischental  und Wald fahren, um bei Rapperswil den Zürichsee zu überqueren um anschliessend über Schönenberg, Sihlbrugg bis nach Fahrwangen in Sichtweite vom Hallwilersee bei Mosen nochmal eine Serpentinenstrecke hoch  und weiter über Sursee, Huttwil und den heimatlich bekannten Strassen bis nach Süderen fuhren, wo wir uns endgültig schweren Herzens bis zur nächsten Tour trennten. Thömu und Esther verabschiedeten sich natürlich schon vorher im Emmental, um in Richtung Gerlafingen abzubiegen. Das Fazit der 4 Tage = allgemeines Kennzeichen waren der gemeinsame Spass am Fahren, in der Gruppe und zusammen mit dem East Side Chapter gab es viiiel Gelächter, ernste Gespräche, einen regen Austausch. Schön, dass sich die Gruppen so toll vermischt haben. Die Touren und Eindrücke sind auf dem Relife, welches Thömu aufgenommen und zur Verfügung gestellt hat, sowie auf den Fotos und Videos eindrücklich nachzuempfinden. Viel Spass beim Anschauen. 

Ein RIESIGES MERCI an Dänu & PeschÄ, welche die Tour geplant und die diversen Restaurants und Hotels gemietet haben, an Dietu/Kathrin, PeschÄ und Küsä, die uns als Sperrer die Wege gesichert und erleichtert haben. Beim East Side Chapter geht das grosse Dankeschön an Franco di Meo, Franco Clerici und Röbi Wyss welche die wunderbaren Touren und Aktivitäten in ihrer schönen Gegend geplant und geführt haben, sowie an Gabriele Pecoraino, welcher als ihr Photographer schon mal auf dem Boden liegt oder im Feld steht um die besten Bilder einfangen zu können. Nicht zu vergessen sind die Teilnehmer beider Chapter, die mit ihrer Freude am Fahren, Offenheit, Fröhlichkeit und Hilfsbereitschaft dafür gesorgt haben, dass diese 4 Tage zu einem unvergesslichen Ereignis geworden sind. Kurz und bündig, es hat einfach gepasst und ich denke, wir haben neue Bikerfreunde gefunden und freuen uns auf das nächste Treff in Lugano, Thun und am C. O. R. E., wo wir unserer gemeinsamen Freude am Fahren wieder zusammen frönen können.  

In diesem Sinne bis bald, euer Schreiberling. 

 

Donnerstag 27. Mai

Freitag 28. Mai

Samstag 29. Mai

Sonntag 29. Mai

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